Wohnen am Grünanger

Ziel des Projekts ist ein Öko-Sozialer Wohnbau, der vorgefundene Strukturen respektiert, für den Grünanger bisher typische Wohnformen weiter entwickelt und um ein soziales Netzwerk des Angers erweitert. Klare und einfache Gebäudetypen werden zu Höfen gruppiert, in dessen Innenbereich die Gemeinschaftsflächen angeboten werden. So entsteht ein offenes Geflecht mit vielen differenzierten Raumfolgen von öffentlich über halböffentlich und privat.

Insgesamt 60 Wohneinheiten in neun zweigeschossigen Baukörpern mit jeweils vier Wohnungen und vier dreigeschossigen Baukörpern mit jeweils sechs Wohnungen werden um einen zentral gelegenen Anger gruppiert, der als Hof und gemeinschaftlich genutzter Freiraum fungiert. Darin befindet sich ein Gemeinschaftsmodul mit Technikraum und überdecktem Freibereich. Neben diesem Gemeinschaftsmodul befindet sich der Spielbereich und Sitzbänke. Damit entstehen überschaubare Höfe für nachbarschaftliche Nähe, die eine soziale Durchmischung und Kommunikation im Zentrum ermöglichen. Die Gebäude sind derart angelegt, dass jede Wohnung ihren eigenen Zugang vom Anger hat. Die Erdgeschosswohnungen werden direkt über private Gärten erschlossen, die Wohnungen in den oberen Geschossen über eine stirnseitig vorgelagerte Verandazone mit Rankspalier und Balkon- bzw. Terrassenzone im Vorderbereich zur Wohnung.

In den strukturierten Grünraum der Wohnsiedlung am Grünanger fügen sich die Bestands- und Neubebauten harmonisch ein. Kleine, direkt an die Wohnungen angebundene private Gärten dienen als Rückzugsraum und sind auf kurzem Wege mit großen, halböffentlichen Wohnhöfen - den Angern - verbunden. Hecken und Kleinsträucher gliedern die privaten Hausvorderbereiche und umfassen den Raum. Die halböffentlichen Freiräume sind über geschwungene Wegeverbindungen und kleine Plätze verbunden, Baumpflanzungen und eine sparsame Möblierung strukturieren den Raum. Die Wohnungsgrundrisse sind so konzipiert, dass alle Räume mehrere Funktionen aufnehmen können. So wurde das Wohnzimmer immer so angelegt, dass dieses als zusätzliches Schlaf- oder Kinderzimmer flexibel einsetzbar bzw. nutzbar ist. Damit ergeben sich in allen Wohnungsgrößen unterschiedlichste Nutzungsvarianten, die sich auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen anpassen lassen.