Reiterkaserne

Graz

Standort: Leonhardstraße 82-84
Bauherr: Reiterkaserne Projektentwicklungs GesmbH & CO KEG
Grundstücksfläche: 5.670m²
Planungsbeginn: 09/2004
Baubeginn: 08/2005
Fertigstellung: 02/2007
Fotos: © Paul Ott

Jahrelange Vernachlässigung hatten die Reiterkaserne in Graz / St. Leonhard, erbaut in den Jahren 184 - 42, zu einem abweisenden Bauwerk werden lassen. Die Adaptierung des Areals für eine Nutzung durch die Kunstuniversität Graz versprach jedoch eine umfassende Aufwertung und die Umwandlung zu einem pulsierenden, belebten Ort im städtischen Kontext. Die Maßnahmen zur Revitalisierung beinhalten zuerst die Bereinigung der vorhandenen Struktur von Ein- und Zubauten, die Freilegung bestehender Gewölbe im Erdgeschoss sowie die Öffnung des zugemauerten umlaufenden Arkadengangs an der Innenseite der U-förmigen Anlage. Vor diesen wurden jeweils an den Längsseiten eine weitere, verglaste Schicht gesetzt, die einerseits die dahinerliegenden Räume belichtet und belüftet, andererseits neue Nutzungen aufnimmt und zugleich - unterstrichen durch die gestalterische Präsenz der Stützen - die "alten" Arkaden zitiert. Die denkmalgeschützte Fassade des Südtrakts konnte unverändert erhalten werden.

Durch seine von der Straße zurückgesetzte Lage öffnet sich davor ein kleiner Platz, was die Funktion des Neubaus als Eingangs- und Foyergebäude unterstreicht. Die Durchlässigkeit dieses Kopfbaus im Erdgeschoss stellt die Verbindung zum Innenhof her. Dieser war zuletzt als Parkplatz genutzt worden und dient jetzt als Erholungs- und Grünraum, um den unterschiedlichen Funktionen angelagert sind. Viele der architektonischen Eingriffe sind geprägt von den Themen Vorderseite - Rückseite und Transparenz - Opazität. So ist etwa die Fassade des Neubaus zur Leonhardstraße eine Klammer für die beiden Seitentrakte, zurückhaltend gegliedert, homogen und von außen "blickdicht". Von innen gewährt sie jedoch gute Durchsicht und am Abend kehrt sich der Effekt um und das Gebäude leuchtet einladend in den Straßenraum hinaus. Die dem Hof zugewandte Fassade orientiert sich in Proportionen und Rhythmus am Bestand, raumhohe Verglasung und deutlich abgesetzte Türrahmen korrespondieren mit der Offenheit der ost-westseitig anschließenden Seitenflügel, setzten jedoch erneut einen Kontrapunkt zur Front des gegenüberliegenden Trakts, die ruhiger und geschlossener ist.