breathe.austria

Österreichischer Pavillon Expo 2015, Mailand

Agency in Biosphere: Markus Jeschaunig
Hohensinn Architektur: Karlheinz Boiger
LandLab /Ia&l TU Graz: Andreas Goritschnig und Bernhard König
Lendlabor: Anna Resch und Lisa Maria Enzenhofer
terrain: architects and landscape architects BDA -
Klaus K. Loenhart und Maren Richter - Engelsmann Peters - Stefan Peters
transsolar: Wolfgang Kessling
BOKU Wien, IBLB: Bernhard Scharf
Auftraggeber: Wirtschaftskammer Österreich
AUSSENWIRTSCHAFT, EXPO-Büro Wien: Rudolf Ruzicka, Helmut Döller
Projektsteuerung: Werner Consult, Wien: Axel Turian, Maria Wladika

Umsetzung:
Generalplaner: terrain : architects and landscape architects BDA - Klaus K. Loenhart
Ausführungsplanung Hochbau: Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz
Statik: Engelsmann Peters - Stefan Peters, Graz
Haus- u. E-Technik: Planungsgruppe Grünbichler, Graz
Nebeltechnik: transsolar klimaengineering - Wolfgang Kessling, Stuttgart
Vegetationstechnik u. Landschaftsbau: BOKU Wien, IBLB - Bernhard Scharf, Wien
Außenanlagen und Freiraumplanung: DND Landschaftsplanung ZT GmbH, Wien
Lichtplanung: Bartenbach GmbH

breathe.austria

Mit dem Expo 2015 Beitrag “breathe” rückt Österreich in Mailand das Nahrungsmittel No 1 und bedeutsame Ressource in das Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit: LUFT. Luftqualität gilt als eine der bedeutendsten Merkmale Österreichs. Im internationalen Vergleich ist diese sehr hoch und lässt sich als Identifikationspotential für unser Landes verstehen. Luft, Klima und Atmosphäre verbinden zugleich die gesamte Erde. Sie sind Lebensmittel, Informationsträger, Energieproduzent und Ressource. Der Österreichische Beitrag breathe thematisiert deshalb die natürliche wie technische Kompetenz des Landes, als auch künftige Fragestellungen im Umgang mit dem weltweit notwendigen Lebensmittel Luft und Klima. Der Österreich Pavillon in Mailand verbindet Gebäude und Umwelt zu einem integralen Beitrag: Durch die großflächige Bepflanzung eines Waldstücks mit der Grundfläche von 560m2 setzt der Beitrag breathe ein vielschichtiges und zugleich sinnlich erlebbares Zeichen mit dem unsere Beziehung zu Umwelt und Klima im Fokus steht. Die Vegetation des Waldstücks besitzt eine gesamte Blatt- bzw. Verdunstungsoberfläche von ca. 43.200m² und erzeugt dabei 62,5 kg frischen Sauerstoff pro Stunde – dem Bedarf für 1800 Personen – ein „Photosynthesekollektor“ also, der zur weltweiten Sauerstoffproduktion beiträgt.

Dieser Effekt wird im Pavillon durch Verdunstungskühlung – aber ohne Klimageräte – technisch unterstützt. So kann das gefühlte Klima eines dichten Waldes aus Österreich mit vergleichsweise natürlichen Maßnahmen nachgestellt werden, der auf den kühlende Effekt der Evapo-Transpiration der Pfl anzen beruht. Das erzielte Ergebnis unterscheidet sich auf unterschiedlichen Sinnesebenen deutlich von der vorgefundenen Luft und Klima in Mailand und wird dadurch wahrnehmbar. breathe ist ein natürlicher Kreislauf, deren ökologische Performanz im Zentrum steht: Die 100prozentige Waldbepflanzung ist ein modellhafter Beitrag für urbane Handlungsweisen, denn der integrale Einsatz von Landschaft kann urbane Lebensformen mit genügend Sauerstoff und kühlender Luft versorgen, wodurch wiederum auf Österreichs nachhaltige Aufforstungspolitik verwiesen werden kann oder in Umkehrung auf den weltweiten Rückgang von lebensnotwendigem Baumbestand. Sie dient somit einerseits als formaler Fundus für das umfassende Leitmotiv ‚Luft und Klima im 21.Jahrhundert’, anderseits als inhaltlicher Interventions- und Experimentalraum künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit.

BesucherInnen des Österreich Pavillons gehen - durch ihre Sinne angeregt - auf eine sinnliche, wissenschaftliche und künstlerische Entdeckungsreise, die Luft als essentielles Nahrungsmittel darstellt. Raum. Erleben und Ausstellung fließen ineinander. Über die sechsmonatige Ausstellungszeit wird Luft als Gemeingut/Commons greifbar und erlebbar gemacht, ein Vernetzungsraum geboten, der Wissen vermittelt und generiert. „Luft zum Atmen ist der wichtigste Rohstoff der Erde“ „Jeder Atemzug verbindet mich mit der gesamten Welt“ „Ohne Luft über- lebt man keine fünf Minuten“, „Tausende Kubikmeter Luft atmet ein Mensch jährlich ein, hunderte Kilogramm Kohlendioxid gibt er ab“ „Der Pavillon produziert Sauerstoff für 1800 Menschen pro Stunde“ „Zwei Jahre bleibt die Luft aus dem Pavillon nun in meinen Lungen. Spätestens dann muss ich nach Österreich“